Stadt Marktsteft

 
Lage

Marktsteft liegt in der Spitze des Maindreieckes zwischen Kitzingen und Marktbreit. Zusammen mit dem Ortsteil Michelfeld hat Marktsteft 1867 Einwohner (Mikrozensus 2012). Marktsteft wurde im Jahr 1216 erstmals urkundlich erwähnt. Namensgeber der Stadt ist der Kirchenpatron St. Stephanus, der auch auf dem Stadtwappen abgebildet ist.

Die renaturierten Baggerseen südlich von Marktsteft und der naturbelassen anmutende Mainfluss ober- und unterhalb von Marktsteft sowie die nähere Umgebung bieten für Einheimische und Fremde eine großartige Erholungslandschaft in einem alten Kulturland. Auch führt der gut ausgebaute Main- Radwanderweg durch den historisch bedeutsamen Ort.

Der älteste in seiner ursprünglichen Form erhaltene Binnenhafen Bayerns liegt in Marktsteft. Er bildet den Rahmen für das alljährlich im Juli stattfindende Hafenfest.

Der Erzengel Michael, der das Wappen Michelfelds ziert, bezieht sich auf den Namen des Ortes.

Michelfeld ist fast nur landwirtschaftlich orientiert, hat einen als Naturdenkmal geschützten, landschaftlich sehr reizvoll gelegenen Dorfweiher (fränkisches Seefest am 3. Juni- Wochen- ende) und ein waldreiches Hinterland.



Geschichte

Der Name des Ortes am Main führt auf den ehemaligen Kirchenpatron St. Stephanus zurück, der auch das Wappen der Stadt ziert. In alten Schriften wird "Stephe" erstmals 1216 erwähnt.

Im 14. Jahrhundert gehörte Marktsteft zur Herrschaft der Grafen von Hohenlohe- Brauneck. 1448 kam es an die Markgrafen von Ansbach und blieb bis 1791 in deren Besitz. Bereits 1532 besaß der Ort eine wehrhafte Kirchenburg, welche im Mittelalter den Bewohnern des Häckernestes in Kriegszeiten Zuflucht bot. Die Einführung der Reformation in Marktsteft erfolgte bereits im Jahre 1534. Zum Marktflecken wurde Steft 1729 erhoben. Dadurch erlangte der Ort das Recht, Wochen- und Jahrmärkte abzuhalten. In der Landesbeschreibung der damaligen Zeit stand: "Stefft, ein zwischen Marktbreit und Kitzingen an dem Maynstrom, in einer besonders an vortrefflichen Weinwachs sehr vorteilhaft fruchtbaren und angenehmen Gegend gelegener schön angebauter ansehnlicher Marktflecken...".

Der Markgraf Karl Wilhelm Friedrich von Ansbach erkannte die für das Fürstentum günstige Flusslage des Ortes (Zugang zu den Weltmeeren und damit Tor zur Welt) und ließ von seinen Soldaten einen Hafen mit Faschinenschutz anlegen (1711-1729). Dieser Hafen (Denkmalschutz) sollte in den nächsten 100 Jahren eine vielschichtige historische Rolle spielen und zum Schicksalsort für viele Menschen werden.

1791 endete die Herrschaft der Ansbacher in Marktsteft. Der Markgraf Carl Alexander hatte sich entschlossen mit seiner Geliebten Lady Elizabeth Craven nach England zu gehen und seine Markgrafschaft gegen eine Leibrente an Preußen abzutreten. So wurde am 2. Januar 1792 am Marktstefter Rathaus das königlich preußische Wappen angebracht. Aber bereits am 26. Februar 1806 wurde der Marktflecken kaiserlich-französisch, und nur 3 Monate später, am 29. Mai 1806 hißte man am Justizamt und Rathaus das bayerische Rautenbanner.

Marktsteft wurde nun Sitz eines bayerischen Landgerichts. Am 17. Mai 1818 wurde die bisherige Marktobrigkeit durch den Magistrat und das Gemeindekollegium ersetzt.

In einem Zustandsbericht vom 30. Juli 1839 heißt es: "Der Marktflecken Steft enthält 219 Gebäude, 330 Familien und 1310 Seelen. Der Hauptnahrungszweig ist Wein- und Obstbau und der Handel. Von dem auf auswärtigen Absatz berechneten Gewerbe sind nur die Gerber und Essigfabrikanten wohlhabend".

Marktgemeinden mit Magistratsverfassung wurden in der Gemeindeordnung für das rechtsrheinische Bayern vom 29. April 1869 zu Stadtgemeinden aufgestuft, so auch Marktsteft, der einzige Marktflecken mit magistrativer Verfassung im Regierungsbezirk Unterfranken. Am 1.1.1870 rückte Marktsteft in die Reihe der Städte ein.

Die katholische Bevölkerung erhielt 1964 eine eigene Kirche.

Mit dem Bau des Hafens in Marktsteft (1711-1729) erlangte die Markgrafschaft Ansbach Zugang zu den Weltmeeren, was zukünftig von eminenter Bedeutung für das Fürstentum werden sollte. Um 1764 wurde ein Kran errichtet, von dem heute nur noch ein achteckiges Gebäude zeugt. Im Zuge der Gegenreformation kamen ausgewiesene Salzburger Emigranten in die evangelische Markgrafschaft Ansbach. Am 23.1.1733 wurden im Marktstefter Hafen ca. 200 dieser Emigranten auf dem Wasserweg nach Holland geführt und auf der Insel Cadzand angesiedelt. Eine zweite Gruppe von 50 Salzburgern, die im Herbst in Steft an Bord gingen, segelten nach Nordamerika und landeten in der damaligen englischen Kolonie Georgia (heute U.S.A.). 1733 wurde der Faschinenschutz am Hafen durch eine Mauer aus Steinquadern ersetzt und 1751 ein Lagerhaus (Schranne) gebaut.

Anfang des 19. Jahrhunderts ging dann die wirtschaftliche Bedeutung des Marktstefter Hafens zurück, bedingt durch die Auflösung der Markgrafschaft Ansbach- Bayreuth und spätere Einverleibung in das neu entstandene Königreich Bayern. Der Bau der Eisenbahn ließ die Hafenanlage fast zur Bedeutungslosigkeit herabsinken und nach dem 1. Weltkrieg wurde sie für die Wirtschaft praktisch unwichtig. Heute steht die älteste in ihrer ursprünglichen Form erhaltene Hafenanlage Bayerns unter Denkmalschutz. Der "Alte Hafen" ist ein Erinnerungs- stück an eine Zeit, in der die Bedeutung Marktstefts diejenige von heute übertraf.

Seit einigen Jahren findet jeweils am dritten Juli- Wochenende auf dem ehemaligen Hafengelände ein Fest mit besonderem Flair statt. Dieses fränkische Hafenfest unter Akazien (Samen wurde von dem freiwilligen ansbachischen Jäger Döllner aus Amerika in unsere Heimat mitgebracht) lockt Besucher aus nah und fern herbei.

1978 wurde die Landgemeinde Michelfeld (3 km östlich, durch Straße und Radfahrweg verbunden) aufgelöst und nach Marktsteft eingemeindet (zusammen knapp 1700 Einwohner). Seitdem wird dieses Dorf als Stadtteil von Marktsteft geführt.

Infrastruktur

In Marksteft findet man einen Kindergarten, eine Grundschule, zwei Geldinstitute, eine Mehrzweckhalle, Sportplätze, einen Fischlehrpfad, einen sandigen Badestrand am Main, eine Metzgerei, eine Bäckerei und ein Lebensmittelgeschäft. Mehreren Vereinen kann man aktiv oder passiv angehören und in zwei Gast- und Häckerwirtschaften einkehren.

In den letzten 50 Jahren entwickelte sich Marktsteft durch Ansiedlung neuer Industrie- und Handwerkerbetriebe (Brauerei seit 1688, Kühlzellen, Seilerwaren, Maurer-, Zimmerei-, Installations- und Sand-/Kiesbetriebe sowie Betonschleiferei u.a.) immer mehr zu einem Industriestädtchen mit stetig schwindender landwirtschaftlicher Bedeutung. Auch der arbeitsintensive Anbau des einst über Franken hinaus bekannten und begehrten Marktstefter Obstes (Kirschen, Zwetschen!) und seines schmackhaften Spargels geht immer weiter zurück. Aber der Weinbau erlebt in den letzten Jahren wieder eine neue Blütezeit!

Erschlossene Bauplätze in schöner Lage stehen im neuen Siedlungsgebiet "Im Gärtlein" im Stadtteil Michelfeld zum Verkauf.


Sehenswert

  • Kirchenburg und Rathaus
  • Friedhof
  • Präparandenschule
  • Schranne
  • Hafen und Mainauen

Kontakt

Stadt Marktsteft
Hauptstr. 27
97342 Marktsteft
Telefon:          09332 / 500774 (zu den Sprechzeiten)
Telefax:          09332 / 500776

Sprechzeiten:

Montag:          17:00 - 18:00 Uhr
Freitag:           15:00 - 16:00 Uhr
Freitag:           16:30 - 17:30 (Alte Schule Michelfeld)
vgem@marktbreit.de
www.marktsteft.de

1.Bürgermeister Thomas Reichert

Verwaltungsgemeinschaft Marktbreit, Marktstraße 4, 97340 Marktbreit

Telefon:          09332 / 405-0
Telefax:          09332 / 405-42
vgem@marktbreit.de
www.marktbreit.info


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